Sam Taylor-Johnson, renommierter Fotograf und umstrittener Filmemacher mit offenbarem Stil, war der Untreue von James Frey in seiner Novellierung seiner Memoiren treu. Die feine Linie, die die Autofiktion allzu oft vom Memoirenbuch mit zu vielen Freiheiten in der Konstruktion von Erinnerungen trennt, erlebte einen exemplarischen Moment mit dem Fall von James Frey, Autor von A million little pieces (2003), einem Band, in dem der junge Ex-Drogenabhängige an seinen dramatischen Aufenthalt in einer Entgiftungsklinik erinnerte. Dass Jahre später und nach intensiver Recherche durch die Presse Frey zugeben musste, dass vieles, was in seinem Buch erzählt wurde, ein Produkt seiner Erfindung war, eine Art Idealisierung der eigenen Kraft, um bei seinem Reinigungsprozess zu helfen, kein Hindernis für seine Arbeit war, blieb unter den Bestsellern. Oder sogar so, dass jetzt ein Film veröffentlicht wird, der nicht genau auf Freys Realität basiert, sondern auf dieser parallel