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KI nach Fahrplan

Die Bundesregierung hat im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland Roadmaps für sechs Schlüsseltechnologien vorgelegt: Die umfangreichste Roadmap betrifft Künstliche Intelligenz und soll die bisher eher strategische Zielsetzung der Hightech Agenda in messbare Vorhaben, Zeitachsen und Umsetzungspartnerschaften übersetzen. Die KI-Roadmap ist in vier Zielbereiche gegliedert. Bis 2030 sollen zehn Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung KI-basiert erwirtschaftet werden. Zugleich will die Bundesregierung die Verfügbarkeit von KI-Kapazitäten verbessern, Deutschland bei der nächsten KI-Generation international stärker positionieren und KI gezielt im Gesundheitswesen einsetzen. Gegenüber früheren Entwurfs-ständen nimmt der Gesundheitsbereich nun eine eigene Rolle ein und wird nicht nur als Anwendungsfeld, sondern als strategischer Schwerpunkt be-handelt. Für die wirtschaftliche Nutzung sieht die Roadmap mehrere konkrete Zielmarken vor. Bis 2030 sollen zudem deutlich mehr KI-Produkte und Anw

Die Bundesregierung hat im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland Roadmaps für sechs Schlüsseltechnologien vorgelegt:

  • Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Mobilität.

Die umfangreichste Roadmap betrifft Künstliche Intelligenz und soll die bisher eher strategische Zielsetzung der Hightech Agenda in messbare Vorhaben, Zeitachsen und Umsetzungspartnerschaften übersetzen.

Die KI-Roadmap ist in vier Zielbereiche gegliedert. Bis 2030 sollen zehn Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung KI-basiert erwirtschaftet werden. Zugleich will die Bundesregierung die Verfügbarkeit von KI-Kapazitäten verbessern, Deutschland bei der nächsten KI-Generation international stärker positionieren und KI gezielt im Gesundheitswesen einsetzen. Gegenüber früheren Entwurfs-ständen nimmt der Gesundheitsbereich nun eine eigene Rolle ein und wird nicht nur als Anwendungsfeld, sondern als strategischer Schwerpunkt be-handelt.

Für die wirtschaftliche Nutzung sieht die Roadmap mehrere konkrete Zielmarken vor.

  • Bis 2028 sollen Testzentren und Reallabore für KI-Anwendungen entstehen, außerdemmindestens 100 Transferbeispiele und Best Practices realisiert werden. Bis 2029 soll der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen im pro-duzierenden Gewerbe, die KI in ihren Kernprozessen einsetzen, auf über 50 Prozent steigen.

Bis 2030 sollen zudem deutlich mehr KI-Produkte und Anwendungen aus Deutschland kommen, die Zahl der KI-Start-Ups gegenüber 2025 vervierfacht und Deutschland als Leitmarkt für industrielle KI etabliert werden.

Auch die öffentliche Verwaltung wird ausdrücklich als Ankerkunde für deutsche und europäische KI-Anwendungen adressiert. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Infrastruktur und Kapazitäten.

Die nächste Ausbaustufe des Gauss Centre for Supercomputing https://www.gauss-centre.eu soll 2027 in Betrieb genommen werden, eine EU-AI-Gigafactory in Deutschland ist für 2028 vorgesehen.

  • Bis 2030 sollen die Rechenkapazitäten in Deutschland mindestens verdoppelt und die HPC- sowie KI-Rechenkapazitäten mindestens vervierfacht werden.

Parallel sollen Datenökosysteme in zentralen Anwendungsfeldern ausgebaut und KI-Kompetenzen breiter verfügbar gemacht werden. Damit greift die Roadmap einen Engpass auf, der für viele KI-Vorhaben entscheidend ist: Ohne leistungsfähige Recheninfrastruktur, verfügbare Daten und nutzbare Werkzeuge bleibt der Transfer aus Forschung und Pilotprojekten in die Breite begrenzt.

Für die nächste KI-Generation setzt die Bundesregierung auf eigene Modelle, Forschungslabore und domänenspezifische Systeme. Bereits 2027 soll in Deutschland ein Zugang zu einem leistungsstarken KI-Basismodell bereitstehen.

  • Bis 2028 sollen mindestens drei europäische Frontier-AI-Labs aufgebaut werden, die neue Modellklassen, Modalitäten, agentenbasierte Systeme und effizientere Trainingsansätze erforschen.
  • Bis 2029 sollen mindestens drei domänenspezifische KI-Systeme entwickelt werden, die sich etwa durch Sicherheit, Nachhaltigkeit, Effizienz, Vertrauenswürdigkeit oder Interoperabilität auszeichnen.
  • Für 2030 ist zudem das Ziel formuliert, ein Frontier-AI-Modell, -System oder -Tool in Deutschland oder Europa mit deutscher Beteiligung zu entwickeln.

Im Gesundheitswesen setzt die Roadmap besonders stark auf Datenverfügbarkeit, rechtssichere Erprobung und konkrete Versorgungseffekte. Bereits 2026 soll die Nutzung interoperabler Gesundheits- und Pflegedaten für KI-Entwicklung ver-einfacht werden. Für 2027 sind Reallabore zum datenschutzkonformen Training von KI mit Gesundheitsdaten sowie der Ausbau des Forschungsdaten-zentrums Gesundheit für KI-Training und Prüfung vorgesehen.

Bis 2028 sollen KI-gestützte Dokumentationsassistenten im Markt etabliert sein; Als Zielmarke nennt die Roadmap eine aktive Nutzung in mehr als 70 Prozent der Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Weitere Vorhaben betreffen synthetische oder anonymisierte Datensätze, klinische Testumgebungen und die Verknüpfung unterschiedlicher Gesundheitsdaten über ein Forschungspseudonym. Zur Um-setzung nennt die Roadmap ein breites Maßnahmenpaket von Bund und Ländern.

  • Dazu zählen ein KI-Robotikbooster, die Förderung industrieller KI und Mittelstand-Digital-Zentren.

Souveräne KI-Schicht

Die Aufnahme des Konsortiums fügt sich in
die laufende Ausrichtung des BMDS ein
Die Aufnahme des Konsortiums fügt sich in die laufende Ausrichtung des BMDS ein

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat das von SVA geführte Konsortium mit Codes-phere https://codesphere.com und Schwarz Digits https://schwarz-digits.de/en in den Kreis der Akteure aufgenommen, die am Aufbau der KI-Plattform des Bundes mitwirken sollen.

  • Das Projekt hat ein Volumen von rund 250 Millionen Euro und soll eine technische Grundlage schaffen, auf der KI-Anwendungen der Verwaltung sicher, skalierbar und möglichst unabhängig von einzelnen außereuropäischen Anbietern betrieben werden können.

Die Plattform ist damit nicht als einzelnes Fachverfahren angelegt, sondern als gemeinsame Umgebung für unterschiedliche KI-Lösungen in Bund und Ländern. Nach den vorliegenden Angaben soll die Plattform unter anderem Fachverfahren wie KIPITZ https://www.itzbund.de/DE/itloesungen/egovernment/kipitz-ki-plattform/kipitz-ki-plattform.html unterstützen. Das KI-Portal des ITZ Bund dient der Bundesverwaltung bereits als Umgebung für Anwendungen auf Basis generativer KI und soll Behörden ermöglichen, KI-gestützte Funktionen standardisiert und behördenspezifisch zu nutzen.

Dazu gehören etwa die Verarbeitung, Zusammenfassung oder Analyse von Dokumenten sowie Schnittstellen, über die eigene IT-Lösungen der Behörden angebunden werden können. KIPITZ ist nach öffentlichen Angaben für den Einsatz in der Bundesverwaltung ausgelegt und kann auch für Daten mit erhöhtem Schutzbedarf genutzt werden. Die nun vorgesehene KI-Plattform soll diesen Ansatz verbreitern. Sie soll eine souveräne Betriebs- und Entwicklungsschicht bereitstellen, auf der KI-Anwendungen für Verwaltungsprozesse entstehen können. Dazu zählen insbesondere Anwendungen zur intelligenten Dokumentenverarbeitung sowie Lösungen, die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen sollen. Der praktische Nutzen läge damit vor allem dort, wo große Mengen an Unterlagen gesichtet, strukturiert, geprüft oder für weitere Bearbeitungsschritte vorbereitet werden müssen. Solche Anwendungsfelder passen zu den bisherigen KI-Schwerpunkten in der Bundesverwaltung, die unter anderem Text Mining, Kategorisierung eingehender Dokumente, Bilderkennung oder interne Analysefunktionen umfassen.

  • Das Konsortium soll dafür unterschiedliche technische Ebenen zusammenführen. SVA verantwortet nach Angaben der Beteiligten Architektur, Integration und Governance der Plattform. Schwarz Digits bringt über STACKIT https://stackit.com/en die Cloud-Infrastruktur ein, die auf einen Betrieb in Deutschland und auf Sicherheitsanforderungen der öffentlichen Hand ausgerichtet ist. Codesphere soll die Plattformschicht liefern, über die Anwendungen entwickelt, betrieben und migriert werden können.

Die Arbeitsteilung zielt darauf, bestehende Fachverfahren weiter nutzbar zu halten und zugleich neue KI-Anwendungen auf offene Standards, Schnittstellen und skalierbare Betriebsmodelle zu bringen.

Ein Schwerpunkt liegt auf digitaler Souveränität. Die Plattform soll so ausgestaltet werden, dass Behörden die Kontrolle über ihre Verschlüsselungs-schlüssel behalten. Genannt werden dafür Bring-Your-Own-Key- und Hold-Your-Own-Key-Ansätze. Hinzu kommt eine Zero-Trust-Architektur nach dem Default-Deny-Prinzip, bei der Zugriffe nicht grundsätzlich vorausgesetzt, sondern laufend geprüft und nur bei entsprechender Berechtigung zugelassen werden. In der Kommunikation des Konsortiums wird außerdem betont, dass Open-Source-Tech-nologien und die Prinzipien der Deutschen Verwaltungscloud Vendor-Lock-ins vermeiden sollen.

Die Einführung soll unter anderem über govdigital erfolgen, die bundesweite Genossenschaft zur Integration souveräner IT-Lösungen im Public Sector. Damit wird die Plattform nicht nur als Bundesprojekt verstanden, sondern als Baustein für eine breitere Nutzung in der föderalen Verwaltung.

Govdigital https://govdigital.de ist auf öffentliche Einrichtungen ausgerichtet und dient dazu, souveräne Cloud- und IT-Angebote für Bund, Länder und Kommunen verfügbar zu machen.