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Baltische Welle

Medwedjew über Gegenwart und Zukunft

Dmitri Medwedjew, ehemaliger Premierminister, ehemaliger Präsident und jetziger stellvertretender Sekretär im russischen Sicherheitsrat, hat sich zur gegenwärtigen und zukünftigen Zeit geäußert. Ein denkbar günstiger Zeitpunkt, wenige Stunden vor dem Jahreswechsel. Er informierte, dass es der russischen Armee gelungen ist, seit dem 1. Januar 2023 insgesamt 500.000 Vertragssoldaten zum Dienst in der russischen Armee und somit auch zum Dienst im Rahmen der russischen Militäroperation in der Ukraine zu gewinnen. Insgesamt dienen somit 640.000 Vertragssoldaten in der russischen Armee. Somit dürfte jedem klar sein, dass bei einem derartigen Zulauf zur Armee die Thematik einer weiteren Mobilmachung nicht mehr im Raum steht. Russland unterscheidet sich hier erheblich von der Ukraine, deren personeller Zustand in der Armee wohl kurz vor dem Kollaps steht. Ein Mobilmachungsgesetz sieht die Einberufung von weiteren 500.000 männlichen Bürgern vor. Keiner der Verantwortlichen kann erklären, wie di

Dmitri Medwedjew, ehemaliger Premierminister, ehemaliger Präsident und jetziger stellvertretender Sekretär im russischen Sicherheitsrat, hat sich zur gegenwärtigen und zukünftigen Zeit geäußert. Ein denkbar günstiger Zeitpunkt, wenige Stunden vor dem Jahreswechsel.

Er informierte, dass es der russischen Armee gelungen ist, seit dem 1. Januar 2023 insgesamt 500.000 Vertragssoldaten zum Dienst in der russischen Armee und somit auch zum Dienst im Rahmen der russischen Militäroperation in der Ukraine zu gewinnen. Insgesamt dienen somit 640.000 Vertragssoldaten in der russischen Armee. Somit dürfte jedem klar sein, dass bei einem derartigen Zulauf zur Armee die Thematik einer weiteren Mobilmachung nicht mehr im Raum steht.

Russland unterscheidet sich hier erheblich von der Ukraine, deren personeller Zustand in der Armee wohl kurz vor dem Kollaps steht. Ein Mobilmachungsgesetz sieht die Einberufung von weiteren 500.000 männlichen Bürgern vor. Keiner der Verantwortlichen kann erklären, wie die Einberufung erfolgen soll, wo diese Einberufenen untergebracht, versorgt, ausgestattet und ausgebildet werden sollen. Die Strukturen im Lande sind darauf einfach nicht vorbereitet. Es ist wohl zu befürchten, dass, wenn es zu dieser Einberufung kommen sollte, das Land einfach im Chaos versinkt, denn es fehlen natürlich auch Arbeitskräfte. Und es fehlt die materielle und finanzielle Hilfe des Westens, der wohl, nach nur zwei Jahren Regionalkonflikt am Ende seiner materiellen und finanziellen Leistungsfähigkeit gelangt ist.

Medwedjew äußerste sich auch zur Zukunft der Ukraine. Völlig unmissverständlich erklärte er, dass der Wechsel des Regimes in Kiew eines der Ziele ist, die sich Russland für das Jahr 2024 gestellt hat, obwohl dies offiziell als Ziel nicht formuliert wurde.

Es bleibt aber bei den bekannten Zielstellungen, wozu die Vernichtung der ukrainischen Streitkräfte und die Entsagung von der nazistischen Ideologie gehört.

Anscheinend, so scheint es mir, will Russland die Zielstellung der Vernichtung der ukrainischen Streitkräfte nicht dadurch erreichen, dass man durch aktive Angriffshandlungen Geländegewinne macht. Wäre dies geplant, so würde man nicht an dem, international anerkannt guten Verteidigungssystem, welches Russland entlang der Frontlinie gebaut hat, arbeiten. Es geht der russischen Armee anscheinend darum, mit Hilfe ihrer überlegenen Waffensysteme aus einem Stellungskrieg heraus, den Personalbestand und die Technik der ukrainischen Armee zu vernichten. Die sinnlosen Durchhaltebefehle durch den ukrainischen Präsidenten und das Verbot, Städte und Siedlungen aufzugeben, scheinen der russischen Armee bei der Erfüllung der Aufgabe, die ukrainische Armee zu vernichten, hervorragend zu helfen.

Dann wird es einen Zeitpunkt geben, wo die ukrainische Front einfach zusammenbricht. Massenkapitulationen, Überlaufen oder Absetzbewegungen folgen und öffnen den Weg Richtung Kiew, den die russische Armee ohne wesentliche Kampfhandlungen gehen könnte.

Medwedjew nannte noch ein weiteres Ziel, welches Russland 2024 erfüllen will: Kiew, Odessa, Dneprpetrowsk, Charkow und Nikolajewa unter seine Kontrolle bringen. Medwedjew formulierte sehr klar, dass es sich bei diesen Städten um zeitweilig okkupierte russische Städte handele, also Städte, die durch die Ukraine besetzt gehalten wurden und schon immer russische Städte waren. Mit anderen Worten hat Medwedjew das Schicksal der Ukraine besiegelt. Der Verlust der Hauptstadt ist für ein Land dasselbe, wie der Verlust der Truppenfahne durch eine militärische Formation. Verliert eine militärische Formation die Truppenfahne, ist sie aufzulösen.

Medwedjew ergänzte, dass die Liste der Städte, die gegenwärtig „blau/gelb“ auf den Karten gekennzeichnet sind, aber in Wirklichkeit russische Städte und Siedlungen sind, natürlich wesentlich länger ist, als nur die Städte, die er eben konkret genannt habe.

Natürlich sprach der stellvertretende Sekretär des russischen Sicherheitsrates nicht nur über kriegerische Momente des Sondermilitäreinsatzes. So, wie auch Putin, erklärte er, dass Russland bereit ist, mit der Ukraine zu sprechen. Allerdings habe die Ukraine, konkret der ukrainische Präsident Selenski Gespräche mit Russland per Gesetz verboten. Es wird also schwierig, überhaupt mit dem Sprechen zu beginnen … von den Inhalten derartiger Gespräche und den Ergebnissen ganz zu schweigen.

Alle Signale deuten darauf hin, dass Russland sich auf keinerlei Kompromisse in Form eines Waffenstillstandes, eines eingefrorenen Konfliktes, einer Abtretung von Gebieten einlassen wird. Das, was an Restukraine auf wenigen Quadratkilometern aus politischen und wirtschaftlichen Gründen übrig bleibt, nennt sich vielleicht noch Ukraine (wobei ich daran auch Zweifel habe) und hat einzig und allein die Aufgabe, die gewaltigen Schulden der exUkraine auf sich zu vereinen und im Verlaufe der nächsten 2000 Jahre unter qualifizierter Aufsicht der Russischen Föderation, an die Kreditgeber zurückzuzahlen.

Die Träume einiger Staaten, sich Gebiete der exUkraine einverleiben zu können, dürften auch ausgeträumt sein. Russland wird es keinem Polen erlauben, durch Gebietserweiterungen stärker zu werden, als es jetzt ist. Wozu soll man ein Land „belohnen“, welches sich gegen Russland stellt und welches erklärt hat, die stärkste Armee Europas aufbauen zu wollen. Polen hat jetzt schon amerikanische Truppen auf seinem Territorium stationiert. Wozu also diesem Land weitere Quadratkilometer geben, um auch darauf, direkt vor der russischen und weißrussischen Nase amerikanische Soldaten einzuquartieren.

Was Ungarn anbelangt, so hat Orban bereits einen interessanten Gedanken geäußert. Sein Land brauche keine gemeinsame Grenze mit Russland. Man brauche irgendetwas anderes gemeinsames mit Russland – also so eine Art Pufferzone, in der die rund 150.000 ungarnstämmigen Bürger ruhig und friedlich leben können. Und irgendwie habe ich das Gefühl, als ob schon die notwendigen Gespräche hierzu geführt worden sind.

Beim Thema „Sicherheitsgarantien“ kam wohl bei Medwedjew eine gewisse Heiterkeit auf. Alle diese sinnlosen Versprechungen sind nichts wert. Es wird keinerlei wirklich reale Sicherheitsgarantien von niemandem geben – so seine Ansicht. Und er stellte die Frage, ob es denn wirklich so einen dummen Staat gibt auf dieser Welt, der in der Ukraine eine Militärbasis einrichten wird?

Autor des Beitrages ist „Baltische Welle“. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse. Tschüss und Poka aus der Blockadestadt Kaliningrad.