Ernst Hahn, 26 Jahre, Student, studiert die Rechte, achtes Semester, Stipendiat, zweiter Sohn eines Lehrers in Meißen, sucht ein möbliertes Zimmer in einer Universitätsstadt. Er sucht schon seit Monaten, immer vergeblich. Er schläft inzwischen und studiert seine Kolleghefte und die Gesetze in leer stehenden Gartenhütten, in abgestellten Straßenbahnen, auf öffentlichen Bänken. Er hat manchmal Glück und schläft sich bei einem Studienkollegen in dem Zimmer aus. Aber auch ein Student braucht schließlich eine feste Bleibe. Nach einem möblierten Zimmer inseriert er in der Zeitung. Das Fräulein mit Brille nimmt die Anzeige entgegen, liest sie durch und sagt: „Erwähnen Sie doch einige Ihrer Vorzüge im Inserat. Wissen Sie, niemand mehr reagiert heutzutage auf so etwas Sachliches wie „Student sucht ein einfaches Zimmer". In harter Arbeit erarbeiten sie das Inserat gemeinsam. Es hat schließlich folgenden Wortlaut: „Student aus guter Familie, Antialkoholiker, Nichtraucher, gesund, 1.82 groß, kein