Das lange Seidenkleid wurde zu eng unter die Brust gepackt und verhinderte eine normale Atmung. Narziss wollte aussteigen und einen leichten Leinensarafan anziehen, den sie den ganzen Morgen trug. Eigentlich liebte sie Seidenkleider. Aber jetzt waren es die Gänsehaut auf ihrer Haut durch den Kontakt mit einem glatten Tuch.
Die Aufregung vor der Hochzeit schien jede Serviette und jedes Kissen im Haus zu tränken. Blumen und neue Tischdecken rochen dezent. Unten in der Küche klingelte das Geschirr. Die klingenden Stimmen der Gäste waren schon im dritten Stock zu hören.
Alle warteten auf die Hochzeit und freuten sich.
Alle außer ihr.
- Hast du Angst, Schwester? - fragte Bella sie spielerisch. Sie lag dort in einem Kleid, das auseinanderfiel, auf dem Bett von Narcissa, das nicht aufgeräumt worden war, nachdem sie geschlafen hatte. Das schwarze Kleid mit dem prächtigen Rock auf dem Netz war leichtfertig zerknittert und der Mopp aus Teerlocken, der über das weiße Laken gestreut war